Beckenboden

Der Beckenboden besteht aus einem Netz von Muskelfasern, die am knöchernen Becken fixiert sind. Er besteht aus drei Muskelschichten, der äusseren, der mittleren und der inneren. Sie schliessen den Bauchraum nach unten ab und stützen und sichern die Bauch und Beckenorgane und unterstützen den Verschluss der Harnröhre und Anus.


Äussere Beckenbodenschicht
(M. bulbospongiosus, M. ischiocavernosi, M. Sphincter ani externus)

Der äusserste Muskel entspricht einer liegenden Acht. Er erstreckt sich vom Steissbein bis zum Schambein und umschliesst den Anus (Afterschliessmuskel) und die Vagina mit Harnröhre (U-Muskel (M. bulbospongiosus)). Dieser Muskel kann willkürlich aktiviert werden in dem man ihn verschliesst und wieder loslässt.
Reflexzone: zwischen den Augenbrauen.


Mittlere Beckenbodenschicht
(M. Transversus perinei profundus und superficialis)

Die mittlere Muskelschicht verbindet die beiden Sitzbeinhöcker und das Schambein. Die Funktion dieser Muskelschicht ist das reflektorische Gegenhalten.
Reflexzone: zwischen den Schulterblättern.


Innere Beckenbodenschicht
(M. Levator ani: M. puborectalis, M. pubococcygeus, M. ileococcygeus)

Der innerste Muskel kleidet das gesamte Becken aus und vervollständigt und unterstützt die Aufgabe des äusseren und inneren Muskel wie das Tragen der Organe, die Kontinenzsicherung sowie die Körperhaltung.
Reflexzone: in der Kieferregion, Gaumendach, Mundboden

Ärzte, Physiotherapeuten und Oestoepathen sind sich der Wichtigkeit des Beckenbodens bewusst. Wird der Muskel nicht gebraucht, verkümmert er wie jeder andere Muskel und verliert an Spannkraft und Elastizität. Verliert der Beckenboden an Stabilität führt es zu Inkontinenz von Urin, Stuhl und Wind.

Gemäss Angaben des Frauenspitals Bern leiden bereits 15 % der 30 bis 40 jährigen Frauen und ca. 25 % der 40 bis 50 jährigen darunter. Je älter die Frauen werden, desto grösser wird der Prozentsatz. (Buch: BEBO Entdeckungsreise zur weiblichen Mitte)


Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Die Belastungsinkontinenz ist die häufigste Inkontinenz und betrifft den Beckenboden. Sie entsteht vor allem durch Druckveränderung im Bauchraum unter anderem:

  • Muskelschwäche
  • schwaches Bindegewebe
  • schlechte Körperhaltung
  • starkes Übergewicht
  • chronischer Husten
  • Senkungen der Organe z.B. durch Entfernung der Gebärmutter
  • beckenbodenunfreundliches Bauchtraining oder auch joggen
  • Schwangerschaften und Geburten
  • Schwankungen und Veränderungen des Hormonhaushaltes u.a. Klimakterium


Was tun?

In erster Linie ist die Ursache einer Belastungsinkontinenz zu erkennen und wenn möglich zu ändern. Ziel ist es den Beckenboden kennenzulernen und dadurch aktiv zu stärken. Mit alltäglich überall einsetzbaren Übungen finden wir zu einem starken Beckenboden.


Dranginkontinenz (überaktive Blase, Reizblase)

Bei der Dranginkontinenz verspürt man des Öfteren den „Drang“ Wasser zu lösen. Viele Menschen kennen das Phänomen, dass man gerade den Schlüssel in das Schlüsselschloss steckt und in dem Moment, muss man dringendst auf die Toilette rennen. Die Dranginkontinenz betrifft in erster Linie die Blase und kann auch eine Kopfsache bzw. ein antrainiertes Verhalten sein.


Ursache für eine Dranginkontinenz kann entstehen durch:

  • dünne empfindliche Schleimhäute
  • tiefes Östrogen
  • im Kopf durch falsche Gedanken Programmierung

Nach Abklärung bei Ihrem Arzt bauen wir in kleinen Schritten unseren Beckenboden auf. Regelmässige Beckenbodenübungen integriert in Pilatesstunden oder auch nur Beckenbodenübungen stärken die Muskulatur und beugen Inkontinenz vor. Die Wahrnehmung und das Körperbewusstsein werden geschult, die Haltung richtet sich auf.  Ziel ist es Übungen im Alltag anzuwenden um einen fitten Beckenboden zu erhalten.

Bei Problemen, bitte ich zuerst um Abklärung beim Arzt!